Zuhören, beraten und vor Ort begleiten

Regionalität & Erfahrung

Helmuth Holzheu, Prokurist der VR Bank München Land eG, und Florian Bacher, Bereichsleiter Vermögensberatung, haben zusammen fast 70 Jahre Erfahrung in der Anlageberatung. Sie wissen, warum ein gutes Produkt nicht automatisch für jeden Kunden das richtige ist, welche Rolle Werte bei der genossenschaftlichen Beratung spielen und warum man keine Glaskugel für eine sichere Geldanlage braucht.

Sich für die Zukunft abzusichern ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt. Rund um das Thema Geldanlage, Altersvorsorge und Vermögensaufbau findet man im Internet zahlreiche Informationen und Tipps. Welchen Mehrwert hat die persönliche Beratung bei Ihnen?

Herr Bacher: Grundsätzlich ist es positiv, dass sich die Menschen informieren und einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen. Der Vorteil meiner persönlichen Beratung ist definitiv der, dass ich für meine Beratung Verantwortung übernehme, auf die individuelle Situation des Kunden eingehe und auch nach der Beratung als Ansprechpartner da bin. Denn die beste Internetkaufempfehlung kann in der speziellen Lebenssituation des Kunden die komplett falsche sein – obwohl es kein schlechtes Produkt ist.

Wie sieht eine Beratung bei der VR Bank München Land eG konkret aus?

Herr Holzheu: Wir wollen unsere Kunden bestmöglich beraten und nehmen uns dafür viel Zeit. Wir hören gut zu, verschaffen uns einen Überblick über die Lebenssituation und die Risikobereitschaft und empfehlen Lösungen, die zum Kunden passen. Wir wollen Problemlöser sein, nicht Produktverkäufer.

Das heißt, wenn ein Produkt nicht zum Kunden passt, vermitteln Sie es nicht?

Herr Holzheu: Genau. Für uns ist das A und O, dass der Kunde sich ein Produkt auch leisten kann. Das Risiko muss zu seiner Anlagebereitschaft passen und das Produkt zu seinem Leben. Was hilft es dem Kunden, wenn er zehnjährige Konditionen hat, aber in fünf Jahren eine Immobilie kaufen möchte? Wir wollen unseren Kunden auch später immer wieder offen in die Augen schauen können.

Das müssen Sie ja im wahrsten Sinne des Wortes, denn Sie sind im Geschäftsgebiet permanent vor Ort.

Herr Bacher: Das ist für uns oberste Priorität. Wir sitzen eben nicht in Frankfurt oder irgendwo. Wir sind vor Ort und diese Präsenz ist nur möglich, wenn man positiv wahrgenommen wird. Gegenseitiges Vertrauen ist unser Ziel, denn es ist die Grundvoraussetzung für eine gute Geldanlage.

Helmuth Holzheu Prokurist der VR Bank
Helmuth Holzheu Prokurist der VR Bank

Spätestens seit der Finanzkrise haben Banker nicht den besten Ruf. Wie entsteht dieses Vertrauen?

Herr Bacher: Das geht nur über regelmäßigen Kontakt zu unseren Kunden. Wir bieten nicht irgendwelche Produkte an, sondern fragen nach, was der Kunde braucht. So haben wir uns den Ruf als vertrauensvoller Partner in der Region erarbeitet.

Herr Holzheu: Auch der gesamte Genossenschaftsgedanke spricht für sich. Unsere Kunden sind als Mitglied auch Teilhaber der Bank und sehen, dass wir viel für die Region tun. Wir fördern Sportvereine, unterstützen Schulen, Kindergärten, Nachbarschaftshilfen und die Tafeln.

Zusammen beraten Sie seit fast 70 Jahren Kunden. Gab es in dieser Zeit auch mal Beschwerden?

Herr Bacher: Tatsächlich kaum. Es gab natürlich Zeiten, wo die Märkte turbulenter waren, und Kunden im Wertpapierbereich Turbulenzen mitgemacht haben. Aber da ist unser Pluspunkt die Regionalität. Wir sind vor Ort und lassen unsere Kunden nicht alleine.

Herr Holzheu: In diesem Zusammenhang ist eine ehrliche Beratung wichtig. Wir klären unsere Kunden von vornherein über mögliche Risiken auf.

Florian Bacher Bereichsleiter Vermögensberatung
Florian Bacher Bereichsleiter Vermögensberatung

Wie geht die VR Bank München Land eG generell mit dem Thema Risiko bei Wertanlagen um?

Herr Holzheu: Für uns ist absolut wichtig, dass die Anlagen, die wir vermitteln, auch einen

hohen Sicherheitsgrad haben. Deshalb treffen wir schon eine Vorauswahl, um in dem Fonds bestimmte Risiken zu vermeiden.

Wenn es um Fonds, Aktien und Kursschwankungen geht, haben viele Börsen-Neulinge die Sorge, dass sie nicht verstehen, wie es funktioniert. Wie gehen Sie mit dieser Sorge um?

Herr Bacher: Wir reden mit unseren Kunden auf Augenhöhe. Wir wollen kein Bankchinesisch sprechen. Denn in der heutigen Zeit gehört eine Wertpapieranlage in die Vermögensstruktur. Deshalb ist uns die Aktienberatung wichtig. Es gibt fast keine Bank mehr, die eine Aktienberatung anbietet. Wir geben unseren Kunden die Möglichkeit, sich auch über Einzelaktien zu informieren.

Gibt es generelle Tipps, wie man sein Geld am besten anlegt?

Herr Holzheu: Auch wir können nicht in eine Glaskugel schauen. Deshalb raten wir dazu, sich sicher aufzustellen und das Geld auf verschiedene Säulen zu verteilen. Um Wertpapiere kommt man nicht herum, um eine ansprechende Rendite zu erzielen. Eine weitere Faustregel ist, zehn Prozent seines Vermögens in Gold anzulegen – am besten in Barren oder Münzen. Gold ist schon immer das Edelmetall schlechthin und nicht zu hohen Schwankungen ausgesetzt. Der wertvollste Tipp: So früh wie möglich den Umgang mit Geld lernen. Wer jede Woche sein Taschengeld zur Seite legt, lernt, dass es sich wirklich lohnt, auch Kleinbeträge zu sparen (siehe Kasten).

Gilt die Redewendung „Kleinvieh macht auch Mist“ tatsächlich noch?

Herr Bacher: Unbedingt! Da erleben wir in unseren Beratungen oft die größten Aha-Effekte. Auch wer schon ein gewisses Vermögen hat, sollte regelmäßig Beträge einzahlen. Denn auch mit kleinen Beträgen kann man Vermögen ansparen.