Mit Mut und Nachhaltigkeit zu noch mehr wirtschaftlichem Erfolg

Verantwortung & Nachhaltigkeit

Das Atelier Damböck aus Neufinsing baut Messestände im Premiumsegment. Seit zehn Jahren setzt das Unternehmen dabei verstärkt auf Nachhaltigkeit und hat damit Standards in der Branche gesetzt.

Im Foyer des Atelier Damböck hängt eine Menge Müll an der Wand: Schaumstoffmatten, Ordner, Folie, herausgerissene Auslegeware und Einwegkaffeebecher. „Eine Installation aus dem, was von einem Messestand so übrig bleibt“, erklärt Simon Damböck das ungewöhnliche Kunstwerk. „Unser Business ist eine Wegwerfbranche“, sagt der Geschäftsführer des inhabergeführten Unternehmens. Das bedeutet für den 40-Jährigen aber nicht, dass man nichts für die Umwelt und das Klima tun kann. Ganz im Gegenteil! „Dadurch haben wir eine noch größere Pflicht als die anderen.“ Gemeinsam mit seinen 100 Mitarbeitern stellt er sich jeden Tag auf´s Neue der Verantwortung und fragt sich: „Was können wir für unsere Umwelt tun? Wie können wir unseren CO2-Fußabdruck verkleinern?“ (siehe Kasten)

Simon Damböck, Atelier Damöck

„Nachhaltigkeit im Unternehmen ist ein Prozess, der ein Umdenken erfordert und die Bereitschaft, Dinge auch mal anders zu machen.“

Simon Damböck

Von der Materialauswahl, über die Stromversorgung bis zur Logistik – Damböck und sein Team haben schon viele Antworten gefunden. „Denn jeder Beitrag, der geleistet wird, ist ein Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Damböck. So wurde auf dem Dach der Firmenzentrale eine Photovoltaikanlage installiert. Regenwasser wird in Grauwassertanks gesammelt und zum Waschen der Fahrzeuge genutzt. Der Elektro-Fuhrpark wird ständig ausgebaut und für kurze Strecken gibt es Firmenfahrräder.

„Nachhaltigkeit ist nichts, was das Management seinen Mitarbeitern verordnen kann“, sagt Simon Damböck. „Nachhaltigkeit ist ein Prozess, der ein
Umdenken erfordert und die Bereitschaft, Dinge auch mal anders zu machen.“ Seine Mitarbeiter zeigen dabei viel Initiative und das Unternehmen fördert nachhaltiges Engagement. So gibt es beispielsweise Prämien, wenn beim Messeabbau weniger Müll anfällt.

Vor zehn Jahren startete das Atelier Damböck die Initiative „Greenstands“ für klimaneutrale Messestände. Ziel ist es, entstandene CO2-Emissionen zu kompensieren, Umweltverschmutzung zu vermeiden und möglichst viele Materialien zu recyceln. „Als wir angefangen haben, das zu kommunizieren, habe ich wütende Anrufe von anderen Messebauern bekommen“, erzählt Simon Damböck. „Spinnt ihr jetzt komplett?“, war noch einer der nettesten Kommentare. Das Thema Nachhaltigkeit spielte in der Messebranche bis dahin keine Rolle. „Wir haben eine Vorreiterrolle übernommen und wurden heftig angefeindet. Aber die Bereitschaft, auf unsicheres Terrain zu gehen, macht uns aus. Wenn man immer nur das tut, was man schon kann, kommt man nicht weiter.“ Mit dieser Philosophie hat das Atelier Damböck einen Standard für die Branche gesetzt. Mittlerweile wird jeder vierte Messestand, der in Neufinsing gebaut wird, klimaneutral gestellt.

Dass Nachhaltigkeitsengagement nicht nur Geld kostet, sondern auch Geld sparen kann, begeistert Simon Damböck: „Unsere Holzschnitzelanlage war die beste Investition unseres Unternehmens“, schwärmt der studierte Betriebswirt. In der Anlage wird das Abfallholz der Messestände zu Heizenergie verarbeitet. Durch die gesparten Kosten für Abfallentsorgung und Heizöl habe das Unternehmen sogar schon Geld verdient: „Der beste Beweis, dass man ökologisch und gleichzeitig ökonomisch handeln kann.“

Bilder und Skizzen
An der Wand im Besprechungsraum werden inspirierende Fotos und Texte gesammelt.

Die Größe des CO2-Fußabdrucks besagt, wie viele Emissionen ein Mensch oder ein Unternehmen in einer bestimmten Zeit verursacht. Je kleiner der Abdruck, desto klimafreundlicher. Auf der Homepage des Umweltbundesamtes kann man seine Ökobilanz berechnen: www.uba.co2-rechner.de