05. Oktober 2017

Verbandspräsident als Gast beim Innovations-Nachmittag

Oberhaching - Die Finanzwelt erlebt eine Vielzahl tiefgreifender Veränderungen. Die Digitalisierung hat die Branche fest im Griff. Immer mehr Menschen erledigen ihre Bankgeschäfte digital – Tendenz weiter steigend. Zu dem Thema "Digitaler Wandel bei Genossenschaftsbanken" referierte jetzt Dr. Jürgen Gros, Vorstandsvorsitzender und Präsident des Genossenschafsverbands Bayern, vor den Mitarbeitern der VR Bank.

Einmal im Jahr findet für die Mitarbeiter der VR Bank München Land eG auf Einladung des Bankvorstands ein Innovationsnachmittag statt. Dort geben z. B. Unternehmer, die von der Digitalisierung leben, Einblicke in ihre Arbeit. An Messeständen werden die Mitarbeiter zudem zu den neuesten Entwicklungen, aber auch zu bereits bestehenden Lösungen hingeführt.

Beim letzten Innovationsnachmittag war auch Dr. Jürgen Gros, Vorstandsvorsitzender und Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, zu Gast. Mit seinem Vortrag „Digitaler Wandel bei Genossenschaftsbanken“ wandte er sich an die Mitarbeiterschaft der VR Bank München Land eG. Und er sorgte gleich am Anfang für einen Aha-Effekt: Dr. Gros spricht im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel nicht mehr von „der Digitalisierung“. Er ist nämlich der Auffassung, dass sich die Bedeutung dieses Begriffes durch seine vier Thesen Convenience (Bequemlichkeit, Komfort), Mehrwert, Produktivität und Bedeutung des Geschäftsmodells leichter vermitteln lassen.

Beispielhafter Kulturwandel

Er brachte ein aus seiner Sicht positives Beispiel mit, wie der notwendige Wandel eines Unternehmens für die Mitarbeiterschaft anschaulich beschrieben werden kann. Im Film „Kulturwandel 4.0“ der Otto-Group wird seiner Meinung aufgezeigt, dass die Unternehmenskultur ein wichtiger Treiber, aber auch ein großer Hemmschuh für Innovationen und die digitale Transformation von Unternehmen sein kann.

Seine Quintessenz: gemeinsam anpacken und die Zukunft gestalten, den eigenen Weg suchen, dabei auch immer reflektieren, was einen stark macht (nämlich die Mitarbeiter), auch mal die Perspektive wechseln und hartnäckig dranbleiben.

Zu geringe Kompetenzvermutzung 

Die Kompetenzvermutung zugunsten der Volksbanken Raiffeisenbanken besitzt im Hinblick auf Technik und Online-Lösungen noch Steigerungspotenzial. Dass dies aus seiner Sicht ungerechtfertigt ist, beweist u.a. das hervorragende Portfolio der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Das Leistungsangebot der VR-BankingApp wird kontinuierlich erweitert. Die App und deren Features müssen daher stärker im Bewusstsein der Zielgruppe verankert werden. Auch hinsichtlich der VR-NetKey-Quote besteht noch Ausbaupotenzial. Ist doch ein onlinefähiges Girokonto die Voraussetzung, um Online-Banking und die mobile Welt nutzen zu können.

Wie reif sind die VR Banken?

Die intensive Auseinandersetzung mit der Digitalisierung und der damit verbundenen Weiterentwicklung des erfolgreichen Geschäftsmodells der genossenschaftlichen FinanzGruppe ist eine Daueraufgabe, die für das Kerngeschäftsfeld Privatkunden unter dem Titel KundenFokus Privatkunden stattfindet. Im Mittelpunkt des Projektes steht das Omnikanal-Modell, das die Grundlagen für die künftige Ausrichtung des Privatkundengeschäftes legt. Es beinhaltet ein vom Kunden als optimal wahrgenommenes, vernetztes Dienstleistungsangebot in Bezug auf alle Vertriebskanäle zu seiner Bank beziehungsweise den Unternehmen der genossenschaftlichen Gruppe. Der Kunde wählt nach Bedarf und Situation aus einem definierten Angebot - persönlich, digital oder beides. Mit dem Ansatz stellen die Volksbanken und Raiffeisenbanken die Mitglieder und Kunden und deren Bedürfnisse konsequent in den Fokus. 

Letztendlich entscheidet der Kunde

Zum Abschluss bekräftigte Dr. Gros, dass die aktuellen Entwicklungen erst der Anfang seien und das die Bankenwelt in einer tiefgreifenden Umwälzung stecke. Die Experten mögen zwar uneins darüber sein, wie die Zukunft der Bankenwelt aussehen wird. Aber laut Dr. Gros gibt es auch da eine Gewissheit: Der Markt wird entscheiden, welche Ideen sich durchsetzen und überleben. Und der Markt sind und bleiben die Kunden – digitale Revolution hin oder her.

Freuten sich über einen gelungenen Vortrag in der VR Bank München Land eG (von links nach rechts): Andreas Müller (Vorstandsmitglied VR Bank), Dr. Jürgen Gros (Vorstandsvorsitzender und Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern) und Anton Lautenbacher (Vorstandsvorsitzender VR Bank).