17. Mai 2018

Großer Andrang beim Infoabend „Wie Sie Ihr Vermögen erhalten!"

Unterhaching - Im großen Saal des Kongress Centers Holiday Inn Unterhaching präsentierte die VR Bank München Land eG den bekannten Finanzexperten Philipp Vorndran von der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Über 300 Gäste kamen zum Informationsabend "Gefangene der Nullzinswelt? Wie Sie Ihr Vermögen erhalten!". Der bekannte Kapitalmarktstratege gab seinen Zuhörern wertvolle Tipps und beantwortete viele Fragen.

Geldanlage ist eine schwierige Sache geworden, seit es keine Zinsen mehr gibt. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern, nahm Philipp Vorndran seinen Zuhörern gleich am Anfang etwaige Hoffnungen. In seinem Vortrag berichtete er von seinen Reisen und jüngsten Erfahrungen aus Ländern wie China, Japan, Australien und Neuseeland. Vorndran ist häufig in fernen Ländern unterwegs, um so die (Kapitalmarkt)Welt nicht nur hautnah zu erleben, sondern besser zu verstehen. Er leitet daraus Entwicklungen für seine Kapitalmarkteinschätzungen ab, die er nicht nur in seinen aktiv gemanagten Fonds abbildet, sondern auch in seinen Vorträgen weitergibt.

Mittelfristig schloss der Experte von Flossbach von Storch Zinsanhebungen in der Eurozone aus. Die Zinsen können vielleicht mal um einige zehntel Prozentpunkte ansteigen. Auf Niveaus, wie es sie früher einmal gab, mit vier, fünf oder sechs Prozent, dürften sie auf lange Sicht kaum wieder steigen. Für Sparer bedeutet dies eine Herausforderung, auch Anleger sollten seines Erachtens umdenken. Der Unterschied zwischen einem Sparer und einem Anleger war Vorndran besonders wichtig: In Deutschland sieht er viele gute Sparer, aber wenig gute Anleger. Er fühlt eine regelrechte Anlagephobie in Deutschland. Trotz historisch niedriger Zinsen bei ansteigender Inflation bleibt das Ersparte des Deutschen auf dem Festgeldkonto. Nicht nur deshalb ist die Vermögensentwicklung der Deutschen im internationalen Vergleich dürftig. Hier sind andere Industrienationen wie die USA, die Schweiz und Japan, selbst Italien und Österreich ein gutes Stück weiter.

Warum ist das so? „Keine Zeit!“, „Bitte kein Risiko!“, „Nur keine Aktien!“ bekommt Vorndran von den deutschen Anlegern immer wieder zu hören. Nur 16 Prozent der deutschen Vermögen sind in Aktien und Investmentfonds angelegt, knapp 40 Prozent liegen als Bargeld und Einlagen nahezu unverzinst herum. Selbst die Anlagen seiner fast 80-jährigen Mutter sind da passender und nachhaltiger aufgestellt. Doch auch bei ihr musste Vorndran jahrelang Überzeugungsarbeit leisten. Diese Aufklärungsarbeit gelingt anderen Industrienationen besser, was auch mit der intensiveren Finanzbildung im jeweiligen Land zusammenhängt. Ein entsprechendes Fach fehlt in den deutschen Schulen. Dieses Nichtwissen bewirkt oft, dass Aktien mit Risiko gleichgesetzt werden.

Vorndrans Antworten auf den Nullzins, eine fragile Welt und alles, was noch kommen mag: Eine robuste Anlagestrategie, um aus dem deutschen Sparer nachhaltig einen Anleger zu machen. Ein Muss sind dabei seiner Meinung nach gut diversifizierte globale Qualitätsaktien sowie physisches Gold als Absicherung. Vorndran bekräftige seine Haltung pro Edelmetalle: „Geld ist beliebig vermehrbar, Gold nicht!“. Zudem gibt es auch immer wieder Chancen auf dem Anleihenmarkt, die man konsequent ausnutzen sollte. Flossbach von Storch ist derzeit in seinem Vorzeige-Publikumsfonds mit über zwei Dritteln in Aktien investiert, denn es gibt laut Vorndran momentan einfach keine Anlageklasse, die nur annähernd so attraktiv ist.

Hier liegt aber auch eine Crux versteckt: Immer mehr Banken ziehen sich aus dem Kundengeschäft mit Aktienanlagen zurück. Die strengen Regularien und Hürden der Aktienberatung schrecken immer mehr Banken vor diesem wichtigen Baustein der Geldanlage ab. Es gibt aber auch Banken, die einen anderen Weg gehen: Wie die VR Bank München Land eG forcieren sie mit Spezialisten die Aktienkultur unter ihren Anlegern. Denn in der Geldanlage spielt die Aktie weiterhin eine der wichtigsten Rollen - unabhängig von rechtlichen Einschränkungen wie MiFID II. Dabei handelt sich um eine europäische Regulierungsrichtlinie, die seit Jahresbeginn gilt und sich zum Ziel gesetzt hat, die Anleger zu schützen. Vorndrans Meinung dazu: Nach der Umsetzung ist ein Bürokratiemonster herausgekommen, das ist natürlich fatal.

Vorstandsvorsitzender Anton Lautenbacher fasste die Erkenntnisse und Tipps des Abends kurz zusammen und leitete zum kulinarischen Teil über. Der Referent durfte dabei in vielen Einzelgesprächen den Gästen noch bis kurz vor Mitternacht Rede und Antwort stehen.

Geschenkübergabe nach dem Vortrag
Der bekannte Finanzexperte und Kapitalmarktstratege Philipp Vorndran (zweiter von rechts) war bei der VR Bank München Land eG zu Gast. Vorstandsvorsitzender Anton Lautenbacher (zweiter von links), Prokurist Helmuth Holzheu (rechts) und Florian Bacher (Leiter Vermögensberatung, links) bedankten sich bei ihm für seinen anschaulichen und sehr kurzweiligen Vortrag.